Review | Heidi Joy Tretheway - The Phoenix Candidate


U.S. Congresswoman Grace Colton is the most famous woman in politics - and the loneliest - until a drawling, sexy stranger offers her one night: no strings and no regrets. And it rocks her world.

Grace wakes to an empty hotel room and a phone call. The dark horse for the 2016 presidential election, Senator Shep Conover, is considering her as his vice presidential running mate.

Before she can be selected, Grace must be vetted and coached by Shep’s political consultant, Jared Rankin, who already knows too many intimate details about her.
He’s Mr. One-Night Stand.

Grace is torn: play nice with Jared to join the senator’s ticket, or play hardball and back the slick frontrunner? As the Democratic National Convention approaches, Grace must decide where her loyalties lie and if she can trust Jared with her future - and her heart.
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Die 39-jährige Grace Colton ist Witwe, Kongressabgeordnete und möglicherweise die nächste Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika. Zumindest wird sie vom Präsidentschaftskandidaten Shep Conover für eine Nominierung in Erwägung gezogen. Doch natürlich gibt es auch noch andere mögliche Kandidaten und um eine Chance zu haben, wird ihr der politische Berater Jared Rankin zur Seite gestellt, der sie coachen und vorbereiten soll. Allerdings ist Rankin kein Unbekannter für Grace, sondern ihr One Night Stand von letzter Nacht. Während sie noch mit sich ringt, ob sie brav Jareds Änderungen und Pläne befolgen soll, auch wenn sie nicht damit einverstanden ist, muss Grace auch entscheiden, wo ihre Prioritäten und ihre Loyalität liegen. Denn auch Conovers Gegenspieler Aaron Darrow und seine Frau Lauren wollen sie für ihre Seite gewinnen. Doch nicht nur beruflich, sondern auch privat eröffnen sich neue Möglichkeiten - nach dem gewaltsamen Tod ihrer Familie vor fünf Jahren kann sie dank Jared und den Gefühlen, die er in ihr weckt, endlich wieder richtig leben. Doch auch Jared hat Geheimnisse.

Schon als ich zufällig auf die Inhaltsangabe von „The Phoenix Candidate“ gestoßen bin, wusste ich, dass dieses Buch ganz nach meinem Geschmack sein wird. Politik und Heucheleien; Geheimisse und Skandale; Sex und Liebe - alles vereint, was für eine interessante Geschichte benötigt wird.

Grace ist eine starke Frau, die sich seit dem Tod ihrer Familie allerdings aus dem Leben zurückgezogen hat. Ihr ganzer Sinn besteht darin, als Kongressabgeordnete, die USA sicherer zu machen und weitere Amokläufe zu vermeiden, indem sie sich für bessere Waffengesetze und -verbote einsetzt. Ihre Ehe scheint vor allem seit der Geburt ihres Sohnes nur noch zweckmäßig gewesen zu sein, sodass der One Night Stand mit Jared, auf den sie sich einlässt, etwas Nichtalltägliches darstellt. Dieser unbekannte Mann schafft es, ihre tiefsten Sehnsüchte, die sie nicht wagt, auszusprechen, Realität werden zu lassen. Allerdings ist sie mehr als nur überrascht, als sie ihn am Morgen danach im Büro des Senators wiedertrifft. 
Gerade in der Welt der Politik ist eine eigene Meinung wichtig und die besitzt Grace. Sie lässt von den Werten und Themen, die ihr wichtig sind, nicht ab; auch wenn das bedeutet, dass sie den Traum von der Vizepräsidentschaft begraben muss. Auch gegen Jared und seine Vorschläge setzt sie sich verbal zur Wehr, wenn sie ihr nicht passen und gerade diese Szenen fand ich toll. Anderseits gab es allerdings auch Momente, in denen sie naiv und unsicher wirkt; nicht ihrer eigenen Intuition vertraut.    
Jared. Hmm ja, Jared. Geheimnisvoll, zurückhaltend, sexy, das wären die drei Adjektive, mit denen man ihn am besten beschreiben könnte. Natürlich hatte er seine ganz eigenen Gründe, weshalb er Grace an jenem Abend in der Bar angesprochen hat, doch diese gibt er erst im Lauf der Geschichte preis. Er selbst wirkt zwar gelegentlich arrogant, allerdings ist er in seinem Inneren nicht so selbstsicher wie er es nach außen hin zeigt. Seine Weigerung, eine bestimmte Intimität zuzulassen, hat einen Grund, den ich allerdings nicht wirklich schlüssig fand. Er ist nicht entscheidend und erklärt auch nicht wirklich, weshalb er so ist wie er ist. Obwohl Jared und seine Motivation das gesamte Buch über mysteriös bleiben und Grace lange nicht wusste, ob sie ihm vertrauen kann, war ich der Ansicht, dass er die besten Absichten hatte.

Lauren, diese hinterhältige, falsche Schlange, ist die perfekte Politikergattin. Eine, die über Leichen geht, um ganz nach oben zu kommen.

Heidi Joy Tretheway hat mit „The Phoenix Candidate“ eine lesenswerte Geschichte geschrieben, die mit einem flüssigen, trotz des Themas sehr gut verständlichen Schreibstil, interessanten Charakteren, politischen Debatten und Schlammschlachten aufwarten kann. Pluspunkt an der Geschichte ist für mich auch, dass Grace und Jared Erwachsene im besten Alter sind. Das ist mal erfrischend anders - sie sind nicht perfekt, weder innerlich noch äußerlich, aber mir sympathisch.

Gerade habe ich gesehen, dass ihre Geschichte auch noch nicht zu Ende erzählt ist - im April erscheint „The Phoenix Campaign“, in der man Jared, Grace und ihren Weg ins Weiße Haus weiterverfolgen kann.

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