Review | Lauren Layne - After the Kiss



Julie Greene loves flings, steamy first dates, sizzling first kisses, and - every now and then - that first sexy romp between the sheets. But when Julie gets assigned the hardest story of her career - a first-person account of the shift between dating and "I do" she'll need a man brave enough to give a total commitment-phobe a chance at more.

Mitchell Forbes, a devastatingly hot workaholic who tends to stay in relationships for far too long, is the perfect subject for Julie's "research." But what Julie doesn't know is that Mitchell is looking to cut loose and that Julie, notorious for avoiding love, is exactly the type of no-strings fling he's looking for...

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Julie und Mitchell könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Journalistin, die bei dem Magazin „Stiletto“ eine Kolumne übers Dating schreibt, hatte noch nie eine richtige Beziehung; hat es nie über die ersten paar Dates; die Schmetterlinge im Bauch hinausgeschafft. Gemeinsame Filmabende? Nein danke!

Mitchell hatte noch nie eine oberflächliche Affäre. Aus all seinen Dates wurden rasch längere Beziehungen.

Normalerweise wären sich die beiden daher wohl nie begegnet, doch als sie im MoMA aufeinander treffen, haben beide ihre ganz eigene Mission: Während Julie für die neue Stiletto-Ausgabe einen Artikel über Beziehungen schreiben muss und dafür undercover recherchieren will, hat Mitchell mit seinem Kumpel Colin eine Wette laufen: Wenn er es schafft, bloß unverbindlich zu daten, ohne gleich in einer Beziehung zu enden, bekommt er Colins Baseball-Saisontickets. Und so treffen zwei vollkommen gegensätzliche Vorhaben aufeinander…

Es sind immer die starken Frauen, die ich interessant finde. Warum? Weil sie einerseits schön austeilen können, aber viel wichtiger, weil sie andererseits meist die verletzlichsten sind. Das ist auch bei Julie der Fall. Sie ist sexy, selbstbewusst, erfolgreich, zufrieden mit ihrem Leben, doch in Wahrheit scheint das nicht der Fall zu sein. Oder ist es Mitchell und die Liebe, die ihr zeigen, was ihr bisher entgangen ist? Immerhin wäre es ihr zuvor nie in den Sinn gekommen, Freitagabend nicht auszugehen und stattdessen auf der Couch zu faulenzen oder einfach nur zu kuscheln ohne Sex; zu spüren, dass jemand da ist, dem man wichtig ist.

Mitchell Forbes kocht allerdings sein eigenes Süppchen; lässt sich anfangs aber nur widerwillig auf diese Wette ein. Erst hatte ich die Befürchtung, er ist ein Langeweiler, der sich von Frauen herumscheuchen lässt, doch dem ist nicht so. Er ist ein smarter, allerdings zurückhaltender Wall Street-Geschäftsmann; nicht übertrieben selbstbewusst/dominant, sondern auf ruhige Art und Weise anziehend.

Ihre Kolumne und die Wette werden zur Nebensache; die Gewissensbisse nehmen zu. Chancen, das Ganze richtig zu stellen, kommen und gehen. Die Enthüllung ihrer Geheimnisse wird ihnen letztlich unfreiwillig abgenommen und sie müssen eine Entscheidung treffen: die gemeinsame Zeit als hart gelernte Erfahrung abtun und getrennte Wege gehen oder sich ihre Gefühle eingestehen. Dass Mitchell am Ende mit zweierlei Maß misst, fand ich mehr als ungerecht. Gut, Julie hätte mit ihrem Artikel die Öffentlichkeit miteingebunden, während er nur eine Wette unter Freunden laufen hatte, doch das Ergebnis ist dasselbe: sie haben einander beide benutzt. Er ist zwar verletzt und wütend, doch sie so abzuweisen und ihre Gefühle abzutun, schmerzt. Julie und mich als Leser.

Ich fand ihre erste Begegnung wirklich herrlich. Man merkt dabei sofort, dass die beiden im Grunde genommen überhaupt nicht zusammenpassen, trotzdem versuchen sie aufgrund ihrer jeweiligen Motive, es dem anderen recht zu machen bzw. angetan zu wirken. Das klappt mehr schlecht als recht… Erst im Laufe der Zeit merken die beiden, dass sie vielleicht keine Gemeinsamkeiten haben, aber dennoch genau der/die Richtige für den anderen sind. Wer Colins Freundin ist, war dann nochmal ein toller Gag, daran hätte ich nie gedacht.

Viele Geschichten fokussieren sich vollständig auf die Hauptcharaktere. Hier gibt es allerdings neben Einblicken in ihre Hobbies und Jobs auch noch tolle Nebencharaktere, die alle noch ihre eigene Geschichte bekommen werden.

„After the Kiss“ ist eine typische Contemporary Romance - leicht, romantisch, lustig - allerdings gab es mehrere Stellen im Buch, meist bloß ein, zwei Sätze, die mich berührt haben. Das waren vor allem jene, in denen Julie realisiert, wie schön Liebe bzw. der Beginn einer festen Beziehung, wenn man über das Daten hinaus ist und Routine einkehrt, sein kann.

Obwohl der Inhalt und die Charaktere nicht außergewöhnlich sind, war Lauren Laynes Geschichte flüssig zu lesen und gegen Ende hin oh, so herrlich zuckersüß-romantisch wie eine dieser TV-Romanzen, sodass ich gerne an dem Buch drangeblieben bin.  Für Genre-Liebhaber und alle Fans des Films „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen“, die Ähnlichkeit stört nicht im Geringsten ;)


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