Freitag, 17. April 2015

Review | Tracey Alvarez - Hide your Heart



Alexandra Lauren Knight has reinvented herself in the safety of her rural New Zealand hometown to become Lauren Taylor. She’s cut all ties with her past as a former model whose ex-husband turned out to be ruthless in both the boardroom and the bedroom. While Alexandra allowed other’s expectations to propel her into the spotlight, Lauren prefers the safety of anonymity; restoring classic cars with her brother, and snuggling with her four-year-old son.

Nate Fraser, a burned-out photojournalist, plans to fix up the property next door to Lauren and sell it as a celebrity retreat. Always on the move, Nate is only comfortable with short-term assignments and even shorter-term relationships. But it’s not just his buyer’s tight deadline or that the restoration is far beyond his expertise which turns a short-term project into an ordeal. Nate’s plan of travelling the globe is in jeopardy—created by the intensity of his growing feelings for Lauren and her little boy.

As the sparks of passion ignite between them it reawakens Nate’s long forgotten dream of having a home and family. Lauren must find a way to trust Nate not only with her secrets, but with her heart - before her safe haven is exposed and she can no longer hide in the shadows.
~*~

Tracey Alvarez verlässt Oban und siedelt ihre neue Reihe in Bounty Bay/Neuseeland an. Dort lebt Lauren mit ihrem 4-jährigen Sohn Drew zurückgezogen am Land. Gemeinsam mit ihrem Bruder restauriert sie alte Autos und genießt die Ruhe. Das ändert sich allerdings, als ihr an einem regnerischen Abend ein Fremder aus einer unangenehmen Situation hilft. Der Unbekannte stellt sich nämlich als Nate Fraser vor: berühmter Fotojournalist und neuer Eigentümer des Nachbargrundstücks, der aus dem Haus nebenan eine Rückzugsoase für Promis machen will. Wo Promis sind, da sind auch Paparazzis – daher lässt diese Mitteilung Lauren vor Angst erstarren. Immerhin hat sie sich genau deshalb hier niedergelassen, um den Presserummel zu meiden. Lauren will Nate die Idee austreiben und verliert dabei gleichzeitig ihr Herz an ihn.

Nate ist dank seines Berufes immer auf dem Sprung. Schon als kleiner Junge kannte er den Begriff „Zuhause“ nicht, da er mit seinen Eltern, die als Missionare arbeiteten, um die halbe Welt reiste. Und er hat nicht vor, gerade jetzt sesshaft zu werden oder eine Langzeitbeziehung einzugehen. Man merkt schnell, dass Nates Kindheit von Selbstständigkeit geprägt war. Seine Eltern liebten ihn zwar, hatten jedoch nur wenig Zeit für ihn oder so traditionellen Dinge wie Weihnachten. Ich mochte Nate gerne; er ist sympathisch und es war eine Freude mitzuerleben, wie er mit dem kleinen Drew umgeht. Tief in seinem Inneren hätte Nate gerne eine eigene Familie, doch dieser Wunsch liegt so tief in ihm vergraben, dass er ihn anfangs gar nicht zulassen will.

Lauren ist stark. Sie hat Schlimmes durchgemacht und macht sich selbst Vorwürfe, dass sie zu lange gewartet hat, um die Initiative zu ergreifen. Doch die Tatsache, dass sie überhaupt gehandelt hat, zeigt ihre Stärke und ihren Mut. Sie will ihr Herz nicht noch einmal verschenken, sondern Zeit mit ihrem Sohn und ihrer Familie verbringen - das ist nach den Erfahrungen, die sie gemacht hat, zu verstehen. Doch wie so oft, kommt die Liebe immer dann, wenn man nicht damit rechnet. Dass sie Nate eine Chance gibt, obwohl sie ahnt, dass er sie verletzen wird, ist mutig. Am emotionalsten fand ich daher wohl die Abschiedsszene. Aus Angst, erkannt und somit wieder Gesprächsthema zu werden, lebt Lauren zurückgezogen. Allerdings zeigt die Reaktion der Stadtbewohner auch, dass man sich selbst nicht zu viel Gedanken über andere machen sollte, denn letzten Endes war die ganze Angst umsonst.

Die Anziehung zwischen Nate und Lauren ist vom ersten Moment an spürbar. Doch beide versuchen sie zu ignorieren, denn ihnen ist klar, dass es zu nichts führen kann. Doch je mehr Zeit sie zusammen verbringen, desto schwieriger ist es, zu widerstehen.

Drew ist einfach entzückend. Obwohl er erst vier Jahre alt ist, weiß er genau, was seiner Mutter passiert ist; wer der Verantwortliche dafür ist und wen er hassen soll. Er scheint für sein Alter dadurch sehr erwachsen. Mit Nate kann er endlich all die Dinge tun, die Jungs in diesem Alter eigentlich mit ihren Vätern machen.

Traceys Umsetzung lässt nichts zu wünschen übrig; ihr schöner, angenehmer, detailreicher Schreibstil ist auch in „Hide your Heart“ zu finden. Die Geschichte erzählt von starken Familienbanden, von Verletzungen, Unsicherheit und dem Mut, neues Vertrauen zu finden und sich seinen Ängsten zu stellen. Romantisch und emotional – damit hat das Buch alles, was man sich von guter Contemporary Romance wünscht. Warum dann nicht gleich die Höchstwertung?  Das hat rein persönliche Gründe: mich hat die Storyline an sich nicht so angesprochen und berührt wie bei Traceys anderen Büchern. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass das Buch mit seinen liebenswerten Charakteren auf jeden Fall eine Empfehlung wert ist.  


Kommentare:

  1. Ich bin ganz deiner Meinung - für mich war die Geschichte auch sehr schön, vielleicht einen Tick zu kurz, aber die Charaktere haben mich nicht so berührt, wie ich es erwartet hätte. Grade zu Lauren hätte ich mit einer stärkeren Bindung gerechnet, aber stattdessen fehlte mir bei ihr die Entwicklung von "zurückgezogen leben" hin zu "sich in die Gemeinschaft einbringen" wie es zum Schluss hin der Fall war. Ich muss aber zugeben, dass "In Too Deep" hohe Erwartungen gesetzt hat ;)
    Liebe Grüße, Melli

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    1. Ja, mir gefällt die andere Reihe bisher einfach besser... die Inhalte heben sich zwar nicht von anderen ab, aber ich hatte einfach mehr Beziehung zu den Charakteren, da hab ich viel mehr mitgelitten und gelacht... der nächste Band dreht sich wie erwartet um Savannah, das hab ich noch mal nachgefragt ;) Und ist übrigens auch länger, das hier war eher eine "Kurzgeschichte" von ihr.

      Aber ich mochte vor allem die Szenen zwischen Nate und Drew :) Vom Stil her wars wie immer schön.

      Liebe Grüße, Doris

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    2. Die Handlung selbst muss sich gar nicht so absetzen, die Autorin schafft es trotzdem, dass man sich angesprochen fühlt und das Buch gerne liest. Es ist so schwer zu beschreiben, aber wenn zwei Autorinnen die gleiche Geschichte schreiben, wird eine davon trotzdem besser sein und es sind die Details, die den Ausschlag geben. Für mich (und für dich anscheinend ja auch *g*) hat Tracey Alvarez das geschafft.
      Liebe Grüße zurück, Melli

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