Review | Natasha Boyd - Deep Blue Eternity



 
Livvy is on the run. And she’s escaped to the one place nobody will ever find her.

But the isolated cottage isn’t empty. Her refuge is home to a troubled stranger, Tom, there for reasons of his own.

In the intimacy of the abandoned cottage, and the remote wilderness of the island, the electrifying connection between them is impossible to ignore. Both running from their histories and shielding dark secrets, their pasts catch up with them and collide in an unimaginable way.

Deep emotions and powerful chemistry face a painful battle with the tangle of lies, and scars of the past. When the truth emerges, hearts will be shattered.

~*~

Zum Inhalt an sich lässt sich, ohne zu spoilern, gar nicht viel sagen. Ich weiß nicht, was ich mir von der Geschichte erwartet habe, auf jeden Fall nicht das, was ich bekommen habe.

Olivia Baines ist auf der Flucht. Sechs Jahre nach dem Tod ihrer Schwester, die von zuhause weggelaufen und dann bei einem Autounfall gestorben ist, lässt auch sie ihr Zuhause, das nie eines gewesen ist, zurück. Sie macht sich auf den Weg nach Daufuskie Island, wo ihre verstorbene Großmutter ein kleines Cottage besessen hat. Dort will sie, geplagt von Panikattacken und Alpträumen, wieder zu sich finden. Sie ist ein zerrissener Charakter – einerseits wollte ich sie beschützen, andererseits brachte sie mich aber in gewissen Szenen auch dazu, sie unsympathisch zu finden. Sie wollte dreist, selbstbewusst und frech rüberkommen, in Wahrheit ist sie aber verängstigt, verletzt und naiv. Sie kämpft jeden Tag gegen ihre eigenen Dämonen.

Auf der Insel angekommen, muss Livvy allerdings feststellen, dass das Cottage bereits bewohnt ist: hier lebt Tom, den sie für den Hausmeister hält. Sie zieht dennoch dort ein und er wird bald zu ihrem ganz persönlichen Beschützer; ihrem Anker.

Wer Tom wirklich ist, war mir von Anfang an klar. Doch die Enthüllungen und Geheimnisse, die im Lauf der Geschichte folgen, haben mich dennoch überrascht und sind mir ans Herz gegangen. Beider Leben war bisher erfüllt von Schmerz, Missbrauch, Reue, Verlust und Wut. Sie haben viel verloren. Von den Familien enttäuscht, versuchen sie hier auf der Insel Zuflucht zu finden, bis die Vergangenheit sie letztlich doch einholt. Die zwei fühlen sich rasch zueinander hingezogen, doch beide kämpfen dagegen an. Denn während sie alleine schon genug Probleme haben, dürften sie gemeinsam wohl eine Katastrophe sein. Zwischen ihnen gibt es bloß Geheimisse und Lügen, wie kann also etwas daraus werden? Und doch spürt man die tiefsitzende Verbindung und die sexuelle Spannung zwischen ihnen. Das Schicksal hätte nicht gemeiner sein können. Toms Absichten sind gutgemeint, doch es ist klar, dass Geheimnisse nie lange begraben bleiben und immer ans Licht kommen. Was wäre wohl gewesen, wenn er von Anfang an reinen Tisch gemacht hätte?

„Deep Blue Eternity“ ist keine lockerleichte Lektüre; sie behandelt einige schwierige und sensible Themen, die Natasha Boyd allerdings sehr gut und feinfühlig verarbeitet hat. Ihr gelingt es, die rohen Emotionen der beiden Charaktere einzufangen, ohne dabei ins Klischeehafte abzudriften. Mir gefiel das Setting: diese kleine, wilde Insel vor Georgia. Was mir überflüssig erschien, war das zusätzliche Drama in Gestalt mehrerer Nebencharaktere, das nicht nötig gewesen wäre. Olivia und Tom hatten genug andere Lasten zu tragen. Ich war anfangs auch überrascht wie jung Olivia ist. Der Inhaltsangabe zufolge hätte ich eine Mittzwanzigerin erwartet (und mir gewünscht). Sie ist aber erst 18. Das Ende ist schön und wie erhofft, allerdings ist einiges noch offen geblieben. Ich bin gespannt, ob Livvy und Tom noch ein weiteres Buch bekommen werden, denn ihre Geschichte scheint noch nicht fertig erzählt zu sein.
 
Eindringlich, emotional und einfühlsam - „Deep Blue Eternity“ ist eine Geschichte über Vergebung, zweite Chancen, Liebe, Hoffnung und das Überleben.

P.S: Dass H.C. Andersens „Die kleine Meerjungfrau“ aber auch „Der standhafte Zinnsoldat“ vorkommt, war ein weiterer Pluspunkt. Ich liebe Märchen!






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