Review | Zoraida Cordova - Luck on the Line




Despite her name, Lucky Pierce has always felt a little cursed. Refusing to settle for less or settle down, she changes jobs as often as she changes boyfriends. When her celebrity chef mother challenges her to finish something, Lucky agrees to help her launch Boston’s next hot restaurant, The Star. Even if it means working with the infuriating, egotistical, and undeniably sexy head chef.

James loves being known as Boston’s hottest bad boy in the kitchen, but if he wants to build a reputation as a serious chef, he has to make this restaurant work and keep his scandalous past out of the headlines. Getting involved with his boss’s spoiled, sharp-tongued daughter is definitely not on the menu.

As the launch of The Star looms and the tension and chemistry heat up in the kitchen, they’re going to need more than a little luck to keep everything from boiling over.
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Die 23-jährige Lucky Pierce lässt sich durchs Leben treiben. Weder ihre Freunde noch verschiedene Jobs können sie halten, sie wechselt beides so oft wie ihre Unterwäsche. Sobald es schwierig wird, läuft sie davon. Doch einmal im Jahr muss sie nach Boston, wo sie sich mit ihrer entfremdeten Mutter trifft, damit sie gemeinsam den Todestag ihres Vaters verbringen. Doch diesmal hat ihre Mutter eine Herausforderung für sie bereit, auf die sie nur wiederwillig eingeht. Dass sie dabei mit dem egoistischen, gleichzeitig ungemein attraktiven Chefkoch James Hughes zusammenarbeiten muss, der sie seit ihrer ersten zufälligen Begegnung zur Weißglut treibt, ist dabei nur das I-Tüpfelchen. Während die Arbeiten am Restaurant langsam vorangehen, entwickelt sich auch Luckys und James Beziehung weiter, die allerdings von Geheimnissen und Problemen überschattet wird.

Lucky ist eine dieser unkonventionellen Heldinnen, die zwar nicht perfekt sind, allerdings so liebenswert und lustig, dass ich locker über ihre Fehler hinweg sehe. Man kann sie für ihre offene, kecke Art also lieben oder hassen. Sie ist selbstbewusst, stur, dreist, stark und vollkommen unentschlossen, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen will. So liebt sie etwa das Kochen, hat aber auch diese Ausbildung nie beendet. Es könnte nicht nur einen, sondern mehrere Gründe für ihr Verhalten geben: vielleicht ist sie einfach flatterhaft und leicht gelangweilt; sie hat Angst vor dem Versagen oder sie hat nach dem Tod ihres Vaters einfach den Halt verloren... Ich konnte mich beim Lesen nie auf einen der Genannten festlegen, da Lucky einfach unvorhersehbar scheint. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem.

James ist Koch und hat es in seinem jungen Alter bereits weit gebracht. Er ist nicht nur sehr gut darin, das Kochen hat eine besondere Bedeutung; es hat ihn gerettet. Er ist dreist und charismatisch. Zum Dahinschmelzen. Ihn umgibt eine geheimnisvolle Aura, der Lucky auf den Grund gehen will. Wer ist seine ominöse Exfreundin und was hat es mit seiner Familie auf sich?

Die Anziehung zwischen Lucky und James ist sofort spürbar; verletzte Menschen erkennen ihresgleichen. Luckys Vorbehalte gegen ihn kommen nicht gegen die Gefühle an, die sie für ihn entwickelt. Beide sind unabhängig und packen die Dinge lieber selbst an, als sich auf jemand anderen zu verlassen. Aber gerade Geschichten wie diese, in denen erst eine „Hassliebe“ zwischen den beiden Protagonisten besteht, ehe sie sich ineinander verlieben, fesseln mich, denn erst müssen Abneigungen und Hürden überwunden werden, bevor es zu einem Happy End kommen kann. Dass Fragen wie „Warum verliebe ich mich gerade in ihn?“ etc. aufkommen, ist daher selbstverständlich.

Luckys Mutter Stella ist nicht der mütterliche Typ. Sie war die meiste Zeit des Buches abwesend und wenn sie da war, dann gab es Kritik an Lucky. Die Entwicklungen gegen Ende hin machten sie mir zwar nicht sympathischer, man entdeckt aber, dass sie nicht so taff ist wie sie sich gibt, sondern ebenfalls an der Vergangenheit zu knabbern hat. Ich mochte sie nicht, es muss allerdings gesagt werden, dass sie im Buch zu selten präsent ist, um sich wirklich eine Meinung über sie bilden zu können. 

Schön ist, dass es in „Luck on the Line“ kein überzogenes Drama gibt; die Konflikte, die hier dargestellt werden, sind allesamt realistisch und nachvollziehbar. Die Enthüllungen aus James‘ Vergangenheit haben mich nicht so bewegt wie in anderen ConRoms, da man im Laufe der Geschichte fast gar nichts darüber erfährt. Dennoch gehört Zoraida Cordova mit ihrem angenehmen Schreibstil zu meinen Neuentdeckungen 2015, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde.

Alles in allem ist „Luck on Line“ eine schöne, unterhaltsame, humorvolle Contemporary Romance, die mit leckeren Essensbeschreibungen (*yummy*) aufwartet; einen allerdings auch lehrt, dass man vor seinen Problemen nicht davonlaufen kann, denn sie holen einen immer ein. Man muss sich ihnen stellen und damit klar kommen.




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