Review | J.B. Hartnett - The Morbid and Sultry Tales of Genevieve Clare




I’m a professional mourner. Caskets, drag queens and dirty old men are all in a day's work. But I'm no stranger to loss and that’s what makes me good at my job. Something is missing though and that something goes by the name of Ahren Finnegan. When faced with the idea of losing one more person from my life, I pushed him away, my one true love.
Now he’s back and this time I don’t think he’s going to take no for an answer.

~*~

Genevieve Clare hat mit 24 auf einen Schlag ihre gesamte Familie bei einem Autounfall verloren. Abgesehen von ihrer besten Freundin Rocky ist sie nun vollkommen auf sich gestellt. Die Beerdigung, die Trauerfeier – all das muss sie allein bewältigen. Doch da taucht Ahren Finnegan auf. Ahren - ihre erste große Liebe, der sie allerdings abgewiesen hat, als sie vor Jahren einen Annäherungsversuch gewagt hatte. Jetzt ist er hier, um ihr in der schwierigen Zeit beizustehen und um ihr endlich zu beweisen, dass sie zusammengehören. Die beiden beginnen eine Beziehung; sind glücklich, bis einen Monat später abermals das Schicksal zuschlägt und Genevieve Ahren aus Angst, erneut jemanden zu verlieren, von sich stößt.

Zehn Jahre vergehen. In dieser Zeit hat Genevieve ihr eigenes „Unternehmen“ gegründet. Sie ist professionelle Trauernde. Sie war schon immer anders, morbider, „dunkler“ und während sie selbst noch immer um ihre Familie trauert, hat sie ihr Privatleben zum Beruf gemacht. Ansonsten ist sie ein Schatten ihrer Selbst: Sie hat keine Freunde und bis auf ein paar nichtssagende One Night Stands auch kein Liebesleben. Doch da tritt Ahren wieder in ihr Leben. Diesmal will er sie nicht wieder verlieren; diesmal will er hartnäckig bleiben und schafft es so, Genevieve wieder Freude am Leben zu geben und ihre Verlustängste zu mindern.

Die Inhaltsangabe von „The Morbid and Sultry Tales of Genevieve Clare“ hat mich sofort neugierig gemacht. Professionelle Trauernde? Die Geschichte hinter dem Titel musste ich einfach lesen.

Genevieve Clare ist unkonventionell und ungewöhnlich. Ihre Faszination mit dem Tod fand ich nicht bedenklich, eher interessant ^^ Bitte, sie lebt neben einem alten Friedhof, wie cool ist das denn? (Gut, vielleicht nachts nicht so, aber ansonsten…) Ich glaube, sie versucht sich, durch ihre Beschäftigung mit dem Tod, die Angst davor zu nehmen und dass das Thema sie einfach anspricht. Dass sie auch nach zehn Jahren noch so stark um ihre Eltern und Großmutter trauert, hat einerseits damit zu tun, dass deren Tod so plötzlich war; andererseits auch, dass sie damit allein gelassen wurde. Sie hatte außer ihrer Freundin und Ahren niemandem, mit dem sie all das teilen konnte und hat daher all diese Emotionen nie loswerden können. Ein Besuch bei einem Therapeuten wäre bestimmt hilfreich gewesen.
Aber jetzt mal zu ihrem Job. Ich konnte mir anfangs nichts darunter vorstellen, daher erklärt sie am besten selbst:

 „I want to help people through the funeral. The funeral is the time to say goodbye, honor the deceased, and make your peace. I had you, but some people have no one.“ [S. 77]

So hat zwar alles angefangen, doch mittlerweile hat sie auch noch andere Aufgaben: Sie spielt die Pseudo-Freundin für eigentlich schwule Männer oder die Pseudo-Geliebte, damit die echte ungestört der Beerdigung beiwohnen kann. Sie geht zu Beerdigungen, zu denen sonst keiner kommen würde oder aber erledigt im Auftrag der Verstorbenen deren letzte Wünsche.

„I was basically the personal assistant of the funeral world.“ [S. 77]

Wohl gerade aufgrund ihrer ungewöhnlichen Art mochte ich Genevieve ganz gerne. Sie hat so viel durchgemacht; so viel verloren und es dauert Jahre, bis sie wieder lernt zu leben, dennoch hat sie mich mit ihrer schrägen Art einige Male zum Schmunzeln gebracht. Sie hat ein großes Herz und ist eine gute Zuhörerin und ich fand es schön zuzusehen, was aus ihr wird, als sie es endlich schafft, die Hürden zu überwinden.

Ahren ist ein „filthy boy“ – sexy, „dirty talker“, aber auch verständnisvoll und liebenswert. Er hat sich damals von Genevieve wegstoßen lassen, weil er selbst gerade eine schwierige Zeit durchlebte, doch jetzt will er sie ein für alle Mal für sich gewinnen. Ich mochte, wie beharrlich er war und wie er Gen wieder glücklich macht.

Beide kennen die Schattenseiten des Lebens und das schweißt sie letztlich noch mehr zusammen. Trotzdem befürchtete ich die ganze Zeit, dass das Schicksal abermals zuschlägt. Das Ende, das J.B. Hartnett für Ahren und Genevieve kreiert hat, ist allerdings wunderbar und verdient.

The Morbid and Sultry Tales of Genevieve Clare“ ist eine ungewöhnliche, einzigartige Geschichte über den Tod, Trauer, aber auch über Liebe und zweite Chancen. Die unkonventionelle Genevieve, Ahren, die tollen Nebencharaktere und die emotionale Story helfen auch über ein paar Längen, die aufgrund von mehrmaligen Wiederholungen entstanden, hinweg.




Kommentare

  1. Na das hört sich doch wirklich mal nach einer besonderen Geschichte an und dass es am Ende ein Happy End gibt, ist umso besser.

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    1. Ich hatte ja ein morbides Ende befürchtet. Aber Gott sei Dank war dem nicht so ;)

      Liebe grüße, Doris

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  2. Wow, danke für den tollen Tipp! Das Buch klingt richtig gut und wird jetzt sofort erstmal auf meine Wunschliste gesetzt, danke!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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    1. Bitte :) Ich hoffe, dir wird es ebenso gut gefallen ;)

      Liebe Grüße, Doris

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