Review | Mia Sheridan - Die geheime Sprache der Liebe



Als Bree in der verschlafenen Kleinstadt Pelion ein Häuschen am See mietet, hofft sie, hier endlich die Ruhe zu finden, die sie so verzweifelt sucht. Dann trifft sie Archer Hale – einen jungen Mann, von dem die anderen Bewohner nur wissen, dass er zurückgezogen auf seinem Familienanwesen lebt und dass er bei einem Autounfall in der Kindheit sein Gehör und seine Stimme verloren haben soll. Doch als Bree sich bei einem Ausflug auf sein Grundstück verirrt und sich nervös stotternd dafür entschuldigt, antwortet er ihr …

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Bree Prescott flieht nach Maine, um dort in einer Kleinstadt endlich den Frieden zu finden, den sie so verzweifelt sucht. Nach einem schrecklichen Erlebnis will sie nichts mehr als zu vergessen. Und sie findet etwas Ablenkung, als sie auf Archer Hale trifft. Er ist der Außenseiter der Stadt; lebt isoliert in einem Haus im Wald, wo er alleine mit seinen Gedanken; seinen Qualen zu kämpfen hat. Für die meisten ist er einfach unsichtbar. Doch nicht für Bree. Sie bemüht sich, ihn besser kennenzulernen; seine Schutzmauer zu durchbrechen und die Hindernisse zu überwinden. Denn sie haben etwas gemeinsam: beide kämpfen gegen ihre eigenen Dämonen. Und letztlich ist diese Freundschaft; diese Liebe für beide der Schlüssel zur Freiheit.

Bree ist ein toller Charakter. Sie hat einiges durchgemacht, dennoch versinkt sie nicht bloß in Selbstmitleid, sondern will Archer helfen. Auch wenn der nicht gerade begeistert davon ist; zu lange war er auf sich allein gestellt. Ohne Gesellschaft. Ohne Hilfe. Sie ist zu Archer so freundlich und selbstlos; unterstützt ihn bei allem, was er tut. Sie hat ihn nicht ignoriert wie alle anderen; sondern ihn als den Mann gesehen, der er war. Ich bewundere sie für ihre Stärke und ihren Mut.

Archer hat mich sofort um den Finger gewickelt. Seine schwierige Kindheit, die ihn bis heute verfolgt und ihn schwer geprägt hat, macht ihn für die anderen und sogar für seine eigenen Verwandten zu einem Freak. Aus diesem Grund hat er sein Zuhause, in dem er, abgesehen von der Gesellschaft eines Onkels, immer alleine gelebt hat, bis jetzt nur selten verlassen.  Das, was er erlebt hat; wie schwer er es in seinem Leben hatte,  hat mich wirklich berührt und ich habe mit ihm gelitten. Als er auf Bree trifft, ist er anfangs zurückhaltend; zögerlich. Noch nie hat sich jemand um ihn bemüht. Bree ist der einzige Grund, weshalb Archer endlich aus sich herausgeht und diese Verwandlung ist einfach wunderbar mitzuerleben. Ihre Freundschaft und Beziehung entwickelt sich nur langsam, aber genau das macht die Geschichte glaubwürdig. Sie kämpfen um ihr Glück und geben nicht auf.

Also lest „Archer’s Voice“. Mia Sheridans Roman ist herzerwärmend. Emotional. Pur. Melancholisch und hoffnungsvoll zugleich. Es geht ums Überleben und Neuanfänge. Um Akzeptanz. Darum stark zu sein, auch wenn man unsicher und gehemmt ist. Ich habe geweint, gelacht und bin vor lauter Gefühl dahingeschmolzen.

Es ist eine wundervolle, großartig geschriebene Geschichte, die den Leser lehrt, ein Buch nicht nur nach seinem Cover zu beurteilen und zu akzeptieren. Nur weil jemand anders ist, heißt das nicht, dass er nichts wert ist. Ein Roman, den ich allen ans Herz lege. Für mich einer meiner All Time Favorites. 

Ich habe sowohl das englische Original als auch jetzt die deutsche Übersetzung gelesen und bin zufrieden. Für mich  verliert sich in der Übersetzung leider ein Teil der Atmosphäre und Emotionen, aber sie ist nicht übertrieben oder kitschig gemacht.

Dass auch eine Verfilmung in Planung ist, freut mich daher umso mehr. 
 
Vielen lieben Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


 Auf Youtube gibt's auch ein schönes Fanvideo (© Becca Manuel)
 

 

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