Donnerstag, 16. Juni 2016

Review | Bronwyn Parry - Schwarze Dornen




 
Die Erinnerungen an ein totes Kind und einen Lynchmord, den sie nicht verhindern konnte, verfolgen die beurlaubte Polizistin Isabelle O’Connell. Doch als der smarte Detective Alec Goddard mit der Nachricht vor der Tür steht, dass in Dungirri erneut ein Mädchen verschwunden ist, hat sie keine andere Wahl, als an den Ermittlungen teilzunehmen – sie kennt die traumatisierte Stadt, ihre Bewohner und die Wildnis, die sie umgibt. Für Isabelle ist es ein persönlicher Fall, und auch Alec berührt er direkter, als er je gedacht hätte. Denn ihre gegenseitige Anziehung macht die beiden verletzlich für ihre privaten Alpträume – Alpträume, die der Mörder gnadenlos ausnutzt...

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In der australischen Kleinstadt Dungirri ist ein Mädchen auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Das ist nicht das erste Mal, denn bereits vor einem Jahr ist schon einmal ein Kind vermisst worden. Die Suche endete in einer Katastrophe, die Detective Isabelle O’Connell bis heute verfolgt. Jetzt holt DCI Alec Goddard sie aus ihrer Isolation, um das Mädchen mit ihrer Hilfe zu finden. Doch der Entführer hat es diesmal auch auf Isabelle abgesehen…

Isabelle hat seit einem schrecklichen Vorfall vor einem Jahr jegliches Vertrauen in die Menschen verloren. Aus diesem Grund lebt sie zurückgezogen mit ihrem Hund Finn im australischen Outback. Von ihrem Job als Detective ist sie seitdem beurlaubt und will ihn auch demnächst an den Nagel hängen. Als jedoch Alex Goddard um ihre Mithilfe bittet, kann sie nicht anders. Trotz ihrer Erlebnisse muss sie noch einmal zurück in die Kleinstadt ihrer Kindheit, um die Tochter ihrer Schulfreundin zu finden. Isabelle – „Bella“ – war für mich ein unheimlich starker Charakter. Obwohl sie von den Menschen, die sie als „Freunde“ und „Bekannte“ gesehen hatte, schrecklich behandelt und im Stich gelassen wurde, ist sie nicht daran zerbrochen. Die körperlichen Wunden sind verheilt; die seelischen nicht und trotzdem war sie mutig genug, an den Ort des Verbrechens zurückzukehren, um anderen zu helfen. Ich bewundere sie für ihre Stärke und habe ihr mehr als einmal einen Neuanfang und einen Menschen, dem sie wieder voll und ganz vertrauen kann, gewünscht. Isabelle hat mich berührt.

Alec mochte ich von Anfang an. Ein umgänglicher, ruhiger, gewissenhafter Mann, der Isabelle und das Trauma ihrer Vergangenheit so akzeptiert wie sie ist. Er erkennt neben ihrer Einsamkeit auch ihren Mut und Lebenswillen, obwohl sie fast am Leben zerbrochen ist. Neben seinem sympathischen, besonnenen Charakter sieht er auch noch gut aus, was auch kein Nachteil ist :) Auch er ist so lebendig und tiefgründig beschrieben, dass es mir vorkommt, ich würde ihn kennen.

„Schwarze Dornen“ ist seit längerem der erste Roman, den ich wieder mal auf Deutsch gelesen habe und ich kann mich nicht beschweren. Da ich das Original diesmal nicht kenne, weiß ich nicht, ob es generell am Schreibstil der Autorin liegt oder auch an der Übersetzung, doch es gibt keine plumpen Phrasen, sondern wirklich schöne Formulierungen. Mit ihrem Debüt ist es Browyn Parry gelungen, eine emotionale Tiefe zu zeichnen, die ich bisher nicht oft gefunden habe. Ich habe die Geschichte nicht nur gelesen, sondern richtig mitgefühlt. Außerdem hat die Geschichte auch alles, was ich mir vom Romantic Thrill-Genre wünsche: Spannung bis zum Schluss, sympathische Charaktere, mit denen ich einfach mitfühlen musste und eine schöne, langsam aufbauende Romanze. 

 




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