Montag, 14. Dezember 2015

Review | Bethany Lopez - 8 Weeks


Is eight weeks enough time to earn back the love of someone you've betrayed...the only one you've ever loved?

Shelly has been in love with Cal since they started dating in eleventh grade. Despite everyone saying that the odds were against them, they got married after graduation and built a life together. Now, six years later, she is faced with the ultimate betrayal. Devastated, her first instinct is to call it quits…

After a drunken binge at his best friends’ bachelor party, Cal betrays the one person who has always been there for him, his wife, Shelly. Terrified and realizing she might divorce him, Cal must come up with a way to prove to her that his love is true…

Cal asks Shelly for eight weeks. Eight weeks to convince her that their marriage is worth the fight. Will Shelly be able to trust him again, or will their marriage end the way many others do when faced with opposition… In divorce?

~*~

„8 Weeks“ dreht sich um eine Ehe, die vor dem Ende steht. Gerade noch glücklich und bereit, den sechsten Hochzeitstag zu feiern, erfährt Shelly von ihrem Mann und Jugendliebe Cal, dass er glaubt, sie am Junggesellenabend seines Kumpels betrogen zu haben. Shelly zieht aus; will die Scheidung, doch Cal bittet sie um 8 Wochen. Genauer gesagt 8 Samstage; 8 Dates, um ihr zu beweisen, dass sie die Einzige für ihn ist; er einen schlimmen Fehler begangen hat und ihre Ehe es wert ist, darum zu kämpfen. Shelly ist skeptisch, willigt aber ein.

Ich mag keine ehebrecherischen HeldInnen. Eigentlich. Doch während ich „8 Weeks“ gelesen habe, ist mir eine Frage immer wieder durch den Kopf gegangen: Gibt es einen Unterschied zwischen Ehebrechern? Oder sind alle in einen Topf zu werfen?
Cals Tun kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, doch er bereut zutiefst und hatte niemals vor, es vor seiner Frau zu verheimlichen. Es war ein Ausrutscher, er war betrunken; hat es nicht absichtlich getan. Ausreden oder ernst gemeinte Erklärungsversuche? Die Zweifel bleiben. Jetzt will Cal es wieder gutmachen; eine Scheidung verhindern. Und ich war neugierig, wie er das hinbekommen will. Er gibt sich wirklich Mühe; springt über seinen Schatten und tut Dinge, die er sonst nie im Leben getan hätte. Alles, um ihr zu beweisen, dass er es ernst meint.

Letzten Endes ist ein Seitensprung nicht zu entschuldigen. Man kann ihn vielleicht verzeihen, aber wohl nicht vergessen. Doch Cal habe ich seine Reue und seine Verzweiflung wirklich geglaubt. Seine Gefühle wirkten nicht geheuchelt, sondern echt: Ekel, vor dem, was er getan zu haben glaubt; Angst davor, dass Shelly ihn wirklich verlässt.

Dass die Kapitel abwechselnd aus seiner und Shellys Sicht erzählt sind, ermöglicht es, beide Ansichten mitverfolgen zu können. Während der Dates wird dem Leser klar, dass die zwei einander wirklich vermissen; dass sie etwas Wunderbares verbindet. Was auch angenehm war, war die Tatsache, dass sich keiner der beiden während ihrer Trennung mit anderen traf, um seinen Kummer zu vergessen.  

Shelly ist am Boden zerstört. Für sie ist ihre Ehe vorbei, ist sie doch der Meinung, dass sie ihm nie verzeihen kann. Sie gibt ihm zwar diese 8 Dates, glaubt aber trotzdem an eine Scheidung. Nach den ersten beiden Samstagen ist Shelly allerdings verwirrt. Cal hat sich nicht verändert. Er ist noch immer derselbe Mann, in den sie sich verliebt hat. Sie ist hin- und hergerissen: einerseits liebt sie ihn, andererseits hasst sie seinen Betrug. Sie hat mir leidgetan, denn von einem Tag auf den anderen ist ihre heile Welt zerbrochen; sie befindet sich in einem Ausnahmezustand. Gleichzeitig frustrierte sie mich auch total: Sie hätte Cal die Chance für eine Erklärung geben können. Obwohl er sich an rein gar nichts erinnern kann (Hangover lässt grüßen), lässt sie ihn nicht mal ausreden, sondern will direkt die Scheidung. Trotz all ihrer glücklichen Jahre denkt sie nicht mal eine Sekunde lang an eine Paartherapie oder dergleichen.

Toll fand ich Shellys und Cals Freunde! Sie unterstützten beide, waren aber ganz klar dafür, dass sie sich aussprechen und es noch einmal miteinander versuchen. Sie waren sich sicher, dass die beiden zusammengehören. Durch ihre Ansichten war es auch für mich deutlich, dass Shelly Cal eventuell verzeihen sollte. Auch sonst waren sie einfach nur zum Gernhaben. Vor allem Sasha und TJ, die sich seit Jahren gegenseitig aufziehen, der sexuellen Spannung aber bisher nie nachgegeben haben, waren wunderbar. Und was zwischen Gabby und dem (noch) verlobten Scott passieren wird, wird sich in einem anderen Teil der Reihe bestimmt auch noch zeigen.

Das Ende kam mir zu plötzlich;  es war viel zu sehr „Friede, Freude, Eierkuchen“. Alle Fragen bleiben unbeantwortet, was mich wirklich sehr gestört hat. Mehr Details dazu gibt's im Spoiler am Ende des Posts.

Eine Antwort auf meine anfangs gestellte Frage habe ich nicht gefunden. Vielleicht ist es aber auch so, dass man jeden Betrug einzeln betrachten und für sich selbst entscheiden muss. Ob es wert; es überhaupt möglich ist, den Schmerz zu überwinden und gemeinsam weiterzumachen. Oder ob es nicht einfacher ist, neu zu beginnen.

Alles in allem ist „8 Weeks“ ein angenehm zu lesender Serienauftakt, dem es allerdings an Tiefe gefehlt hat. Mir blieben zu viele Fragen bezüglich jenem verhängnisvollen Las Vegas-Wochenende offen. Schade, dass diesem Teil überhaupt keine Beachtung mehr geschenkt wurde. 








>>ACHTUNG SPOILER<<
Bis zum Schluss erinnert Cal sich nicht daran, ob er mit der Frau, neben der er in Las Vegas aufgewacht ist, nun geschlafen hat oder nicht. Man weiß auch nicht, wer sie überhaupt war oder wie es dazu kommen konnte. Immerhin haben ihn seine Freunde in ein Taxi gesteckt, das den vollkommen betrunkenen Cal zum Hotel bringen sollte… Warum haben sie ihn nicht begleitet, wenn er so besoffen war? Vielleicht ist ja auch gar nichts passiert und all das Drama war vollkommen umsonst?







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