Freitag, 16. Januar 2015

Review | Samantha Young - Scotland Street. Sinnliche Versprechen




Sie hat mit der Liebe abgeschlossen. Er hat sie gerade erst entdeckt. "Nicht schon wieder ein Bad Boy!" Als Shannon MacLeod zum ersten Mal Cole Walker sieht, weiß sie, dass Ärger in der Luft liegt. Cole ist an beiden Armen tätowiert, extrem selbstbewusst und heiß wie die Hölle. Und was noch schlimmer ist: Er ist ihr neuer Boss. Dabei sollte der Job als Assistentin der Anfang eines neuen Lebens werden. Ein Leben ohne Bad Boys, ohne Schmerz, ohne bittere Enttäuschungen. Shannon zeigt ihm die kalte Schulter. Womit sie nicht gerechnet hat, ist ein Mann, der es ernst mir ihr meint. Und der es hasst, wenn man ihm mit falschen Vorurteilen begegnet. Wird Cole ihr trotzdem eine Chance geben?

~*~

Shannon ist nach Edinburgh geflohen, nachdem in ihrer Heimatstadt schlimme Dinge geschehen sind, die sie von ihrer Familie entzweit haben. Hier in Schottlands Hauptstadt findet sie im Tattoostudio „INKarnate“ einen Job als Büroangestellte und neue Freunde. Nur mit Cole, ihrem Vorgesetzten, kommt sie nicht wirklich klar. Während er sich freundlich annähern will, lässt sie ihn eiskalt abblitzen. Immerhin kennt sie tätowierte Bad Boys und deren Lebensstil zur Genüge. Doch Cole lässt sich auch von ihren Vorurteilen nicht abwimmeln, sondern kämpft um ihr Vertrauen.

Während ich in Band 4 so meine Probleme damit hatte, Hannah als nun als erwachsene Frau zu sehen, war es bei Cole Walker ganz anders. Keine Ahnung, weshalb. Aus dem verschüchterten Jungen ist vor allem dank Jo und Cam ein großartiger, verantwortungsvoller Mann geworden. Während man aufgrund seiner Tattoos, seiner Arbeit und seines Charmes (so wie Shannon voreilig) annehmen könnte, dass er ein raubeiniger Frauenheld ist, der nichts anbrennen lässt, ist er doch ganz anders. Sanft: loyal und geduldig. Er hält nichts von One Night Stands, sondern sucht lieber eine Beziehung. Da ihm Shannon gefällt, will er sich mit ihr anfreunden; sie näher kennenlernen, doch da ahnt er nicht worauf, er sich da einlässt. Allerdings war Cole für einen Helden auch relativ blass: ein paar Ecken und Kanten hätten ihm ganz gut getan.

Tja, Shannon. Es tut mir immer leid, wenn ich mit einem Hauptcharakter nichts anfangen kann und mit ihr war es leider so. War ich anfangs noch unvoreingenommen, sank meine Sympathie für sie ab der Szene, in der sie Cole ihre mutmaßlichen Behauptungen ins Gesicht wirft, rapide. Niemand verdient es, dermaßen runtergeputzt zu werden, nur weil er jemanden kennenlernen will. Ja, gut, Shannon hat in ihrer Vergangenheit Schlimmes durchmachen müssen, dass sie natürlich geprägt hat, aber 1. ist sie für ihre Partnerwahl teilweise selbst schuld und 2. gibt ihr das noch immer nicht das Recht, sich wie ein unsicheres Kind aufzuführen. Da das Buch nur aus ihrer Sicht geschrieben ist, wurde das mit der Zeit wirklich nervenaufreibend. Dass Cole eine solche Ausdauer und die Nerven besitzt, um ihr Vertrauen zu kämpfen, rechne ich ihm hoch an. Jeder andere hätte schon längst die Flucht ergriffen.  Ich konnte mich also nicht wirklich in sie hineinversetzen, noch wollte ich es letztlich überhaupt. Ich hätte mir für Cole jemanden anderen erwartet (Hannah z.B. ;)) Auch mit Rae, der zweiten weiblichen Hauptperson der Geschichte, konnte ich nicht wirklich viel anfangen.

Trotz meiner negativen Einstellung zu Shannon gibt es auch positive Dinge: Neben Cole ist das natürlich das Wiedersehen mit allen vorherigen Pärchen. Es ist schön mitzuerleben, wie sie Familien gründen; andererseits aber auch etwas seltsam, wenn man dann liest, dass Braden mittlerweile schon 42 ist :) Trotzdem ist er noch immer sexy.

Unnötige Missverständnisse und Shannons ewiges Hin und Her „Mag ich ihn oder mag ich ihn nicht“ haben meinen Spaß an dem Buch leider getrübt. Dennoch bleibe ich der Reihe auf jeden Fall weiterhin treu, da ich die ersten drei Bände wirklich toll finde und bin schon gespannt, wie die Geschichte von Logan, Shannons Bruder, sein wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen