Review | Bianca Iosivoni - Lines of Yesterday




Violet Moore hatte einen Plan: Aufs College gehen, ihren Abschluss in Jura machen, eine gute Anwältin werden und nach ein paar Jahren ihren Langzeitfreund Jared heiraten. Der Plan wurde vor langer Zeit aufgestellt – von ihren Eltern, ihren Freunden und von Jared selbst. Doch dann taucht jemand in ihrem Leben auf, mit dem sie nicht gerechnet hat: Devin Jackson. Früherer bester Freund, erste Liebe und zukünftiger Rettungssanitäter. Mit einem Mal steht Violets Welt Kopf, denn Devin fordert sie heraus, stellt all ihre Pläne infrage und erinnert sie an ein lang vergessenes Versprechen. Schon bald muss Violet sich fragen, was sie eigentlich selber will – und ob sie bereit ist, die Sicherheit ihres geordneten Lebens dafür zu riskieren.

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Violet ist seit kurzem Studentin, besucht Kurse, die ihre Mutter für sie ausgewählt hat und verbringt die restliche Zeit mit ihrer Mitbewohnerin Bree oder ihrem Freund Jared. Doch ihre neue Routine wird aus dem Gleichgewicht geworfen, als sie auf dem Campus auf Devin, ihren besten Freund aus Kindertagen, trifft. Die beiden hatten nach ihrem Umzug per Brief und Mail Kontakt gehalten, bis Violet diesen von einem Tag auf den anderen abgebrochen hat. Jetzt, siebeneinhalb Jahre später, ist er hier, um sie an ein in der Kindheit gegebenes Versprechen zu erinnern und ihre Zukunftspläne durcheinander zu bringen.

Violet ist das Mädchen von Nebenan, das jedoch nicht den Weg geht, den sie möchte, sondern den, den ihre Mutter, eine Anwältin, für sie ausgesucht hat. In den Jahren seit ihrem Umzug hat sich einiges verändert und sie hat unter anderem Devin die Schuld daran gegeben, was unfair ihm gegenüber ist. Immerhin war er ihrer Meinung nach nicht da, um mit ihr erste Erfahrungen zu machen und um sie zu unterstützen, als ihr Vater die Familie verließ. Seitdem wollte sie sich auf niemanden mehr verlassen; niemandem vertrauen,  um nicht abermals verletzt zu werden. Was das über ihre Gefühle zu Jared aussagt, ist klar. 
 Sie meint, selbstständig und erwachsen zu sein, doch genau das ist sie nicht. Sie lässt ihr Leben von anderen bestimmen und geht - aus Angst vor Verletzung und Zurückweisung - engeren, emotionalen Beziehungen aus dem Weg. Ich konnte ihr Handeln nicht wirklich nachvollziehen. Leute müssen mit viel schlimmeren Problemen fertig werden.

Ich bewundere Devins Hartnäckigkeit und Zuverlässigkeit. Auch nach so vielen Jahren hat er Violet und ihr Versprechen nicht vergessen, obwohl sie sich von ihm abgewandt hat. Welcher Kerl würde nach so vielen Jahren noch einen Gedanken an jemanden verschwenden, mit dem er ihm Sandkasten gespielt hat? Den Grund für ihren Rückzug erfährt er erst jetzt. Dass es einfacher für sie gewesen ist, den Kontakt abzubrechen als ihn ständig zu vermissen. Trotzdem kämpft er weiter um ihre Freundschaft, aus der langsam mehr zu werden scheint. 

Es war schön beschrieben, wie nahe und doch fremd sich die beiden nach all den Jahren sind. Natürlich haben die zwei sich über die lange Zeit verändert; wurden erwachsen und müssen sich nun erst wieder neu kennenlernen. Letztlich ist sie es, die eine Entscheidung treffen muss. Devin scheint perfekt zu sein; es fehlt ihm meiner Meinung nach an Schwächen.

Bianca Iosivonis Geschichte fehlt es an überraschenden Wendungen, dennoch war sie ganz nett, denn ihr Stil ist angenehm und locker zu lesen. Die Charaktere sind allesamt sympathisch, obgleich etwas stereotyp, der Sportler, die lebenslustige, beste Freundin etc, aber das passiert den besten Autorinnen. Die Emails und SMS, die zwischen den einzelnen Kapiteln einfügt sind, geben interessante Einblicke in Violets und Devins Vergangenheit. 

P.S. Es gibt Disney-Erwähnungen. Ich liebe „Die Eisprinzessin“ ;)

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