Review | Nalini Singh - Pfade im Nebel



Das Netz der Medialen ist in Aufruhr, und die Welt hält den Atem an. Kann der Konflikt noch einen friedlichen Ausgang nehmen oder ist es längst zu spät? Der Kämpfer Vasic findet sich inmitten der Geschehnisse wieder. Da begegnet er einer Frau, deren Liebe ihm eine ganz neue Welt eröffnet…
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Vasic ist Pfeilgardist und somit Soldat, Attentäter, Bodyguard in einem. Seine Gefühle wurden mit Silentium unterdrückt, doch die Taten, die er begangen hat; das Blut, das er vergossen hat, macht ihm schwer zu schaffen. Hinzu kommt noch der Biofusion- Handschuh, der droht, ihn umzubringen. Vasic steht kurz vor dem Abgrund. Während seine „Rasse“ darauf hoffen kann, bald wieder zu fühlen; zu spüren und zu berühren, wenn sie es schaffen, die todbringende Seuche zu überstehen, die ihre Existenz bedroht, scheint die Zeit für Vasic abzulaufen. Doch zuvor muss er noch seine bisher schwierigste Aufgabe vollenden. Mit Hilfe der E-Medialen will man die Seuche im Medialnet zurückdrängen. Um sie vor ihren Feinden zu schützen, werden ihnen die Pfeilgardisten zur Seite gestellt. Vasic ist für Ivy Jane verantwortlich, die nachdem man vor einigen Jahren versucht hatte, ihre Fähigkeiten zu unterdrücken und ihren Geist zu brechen, jetzt für ihre Leute kämpfen will. Dabei will sie auch Vasic retten, doch wird ihre Liebe und ihre unerschütterlicher Wille genug sein?

Die Welt, die Nalini Singh erschaffen hat, ist einzigartig und obwohl ich nicht darin leben möchte, fasziniert mich ihre Komplexität und genaue Ausarbeitung. Während man auch in anderen (Urban) Fantasy-Romanen auf Gestaltenwandler trifft, sind die Medialen und ihr geistiges Medialnet einmalig. Gerade deshalb gefällt mir die Reihe wirklich auch nach dreizehn Bänden sehr gut.

Pfade im Nebel“ an sich war nett. Das ist nichts Schlechtes, die Geschichte hat mich einfach nicht so umgehauen und berührt wie andere aus der Reihe. Das World Building war wie immer super; alles war perfekt durchdacht. Was mich am meisten gestört hat, waren die vielen verschiedenen Konflikte. Einerseits wird das Medialnet von einem Virus heimgesucht, das die Infizierten zu tödlichen Maschinen werden lässt. Immer wieder kommt es zu blutigen Übergriffen auf die Bevölkerung. Mich erinnerte diese an Zombie-Angriffe, denn die Attacken/Massenmorde geschahen unkontrolliert und plötzlich. Andererseits sind da noch Vasics Probleme – die Tragweite seiner Taten wiegt schwer auf ihm und sein Handschuh ist eine tickende Zeitbombe, die nicht entfernt werden kann. Außerdem will Ming seinen Pfeilgardisten wieder zurück in seiner Garde haben. Und ganz nebenbei entwickeln sich noch weitere Subplots, außerdem folgen Kapitel aus der Sicht von Sasha, Hawke, Krychek und Vasics Großvater Zen, etc. Es tauchen auch noch viele andere Charaktere aus vorherigen Bücher auf, was zwar interessant ist, aber nicht wirklich zur ganzen Geschichte beiträgt. Da die oben genannten Charaktere bereits eigene Bücher hatten, wäre es aufschlussreicher gewesen mehr über die E-Medialen und ihre Pfeilgardisten zu lesen.

Und nicht zu vergessen, die Entwicklung der eigentlichen Liebesgeschichte. Ivy und Vasic haben zwar ihre eigenen Kapitel, jedoch rücken diese angesichts der vielen anderen Geschehnisse eher in den Hintergrund. Die beiden Hauptcharaktere sind ebenfalls nett, aber nichts Besonderes, sondern eher vorhersehbar.  Der gequälte Held und die Mediale, die ihn mit ihrer Liebe retten will. Andere Charaktere bzw. Szenen haben mich zum Weinen gebracht, hier habe ich mich nicht wirklich um die beiden gesorgt.

Das Ende folgte mehr oder weniger abrupt. Plötzlich wird klar, wie man die Seuche aufhalten kann und dann folgt zusammenfassend, wie gehandelt wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mich dieser Band nicht beeindruckt hat, vielleicht waren auch meine Erwartungen zu hoch. Das Lesen hat daher auch seine Zeit gedauert, weil kein wirklicher Anreiz da war und die Action erst relativ spät in Gang kam.

Trotzdem empfehle ich „Pfade im Nebel“ allen, die die Reihe bisher verfolgt haben. Die Geschichte ist nicht schlecht, im Vergleich zu anderen Teilen der Serie aber meiner Meinung nach eher mittelmäßig. Ich bleibe Nalini Singh und der Reihe aber auf jeden Fall treu.

Kommentare

  1. Hmm.... Ich bin gerade bei Hawk und Sienna. Ich hatte eine Pause gemacht und jetzt bin ich wieder voll im Fieber. Den Teil habe ich noch nicht gekauft.

    Lg Marina

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    1. Aw, ich liebe Hawke und Sienna! :-) wünsch dir viel Spass dabei! ;-)
      LG Doris

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  2. Wir hatten uns ja schon mal kurz darüber unterhalten, aber das hört sich ja nach einem größeren Durcheinander an, als gedacht. Schon mit den diversen Kapiteln aus der Sicht der anderen. Das gab es so ja vorher nicht bzw. nicht in dem Ausmaß. Ich hatte ja schon gesagt, dass ich es immer schade finde, wenn vom eigentlich Pärchen so abgegangen wird und sie vergleichsweise wenig Zeit miteinander haben. Da hört sich dieser Band dann mehr wie eine Überleitung für den nächsten an, damit man all die Entwicklungen kennt und weiß was genau vor sich geht. Und auch was du über das Ende erzählst, macht mich nicht neugieriger. Es ist sogar eher das Gegenteil der Fall :( aber ganz auslassen wird man den Band wohl auch nicht können. Vielleicht warte ich einfach auf den nächsten Band und lese dann beide nacheinander, damit ich zumindest etwas habe... Wirklich schade drum. Bei anderen Autoren könnte ich es vielleicht noch verstehen (naja, wohl auch eher nicht ^^), aber bei Nalini Singh?

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    1. Ja, ich glaube das ist die beste Art, es zu lesen - als einen Übergangsband ;) Naja, aber obwohl ich enttäuscht war, werd ich den nächsten Band auf jeden Fall lesen, denn die Reihe ist genial. Es ist mir ja auch klar, dass mich nicht jeder Teil umhauen kann, aber schade wars trotzdem.

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