Review | B.N. Toler - The Suit




Fed up with the farm life and his one-time love of training horses, John Wilson has traded his tattered boots and jeans for power suits and cufflinks. Through hard work and determination, John has just graduated from law school and is focused on a fresh start. Refusing to let his bitter past hinder his future, John is intent on moving forward with his new life. Except there’s one last thing he has to do - settle old debts before he can truly move on. Unfortunately, settling debts involves him returning to a life he’s worked hard to forget. A mind-numbing summer working on a horse farm awaits him, and he’s dreading every damn minute of it.

Edie James is mourning the loss of her grandfather when John Wilson shows up in his perfectly tailored suit, reeking sexiness and city elegance - everything she’s not. Their meeting is less than pleasant as they both distastefully size up one another.

She thinks he’s arrogant and a white-collar yuppie.
He thinks she’s a simple, goody two-shoes farm girl.

Edie’s grandfather made a new will before he passed leaving stipulations in order for Edie to inherit the family farm. And as if that wasn’t enough of a challenge, the suit has to work on the farm with her for three months to settle a debt he owed to her grandfather. And he’s moving in with her.

With a rocky start, the two seemingly polar opposites call a truce and attempt to be friends. As their unexpected friendship blooms, an attraction develops and both realize their first impression of each other is far from the truth. Now this once dreaded summer is set to be the hottest and most unforgettable they've ever had.

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Die Inhaltsangabe erzählt bereits alles Wesentliche, deshalb fasse ich mich ganz kurz:  Edie und John müssen gezwungenermaßen den Sommer gemeinsam verbringen. Sie, das brave Mädchen vom Lande. Er, der angehende Anwalt, der nichts mehr mit diesem Leben zu tun haben will. Und doch übt Edie eine ungemein starke Anziehung auf ihn aus, der er nicht widerstehen kann. So beschließen die beiden, etwas Positives aus ihrer Situation zu machen und den Sommer als Freunde mit gewissen Vorzügen zu verbringen. Jedoch verschweigt er ihr seine Herkunft sowie seine Immermalwieder-Freundin und tiefere Gefühle kommen ins Spiel, was natürlich Probleme nach sich zieht.  

John aka „Suit“ hat seine Vergangenheit hinter sich gelassen, um als Anwalt zu arbeiten. Nachdem sein Vater die einst sehr erfolgreiche Familienfarm heruntergewirtschaftet und dann verloren hat, will er nichts mehr mit dem Metier zu tun haben. Daher ist er anfangs auch nicht vom Letzten Willen seines Mentors begeistert, der ihn verpflichtet, den Sommer über bei dessen Enkelin auf deren Farm, wo Rennpferde trainiert werden, zu arbeiten. Er lebt sich schnell ein und auch die Beziehung zu Edie, die anfangs unterkühlt ist, weil beide Vorurteile haben, wird rasch enger. Edie könnte seine Traumfrau sein, wäre sie nicht der Inbegriff von allem, was er hinter sich gelassen hat. John ist ein feiner Kerl, den ich aufgrund seiner charmanten, hin und wieder sarkastischen Art sofort ins Herz geschlossen habe.

Edie hat ein Problem: Während ihre Freundin Nikki die sexy Schönheitskönigin ist, wird Edie von allen als das gute, brave Mädchen gesehen. Sie sei nett, wohlbehütet, freundlich, zuvorkommend; eine zum Heiraten und nicht wie Nikki eine für lockere Flirtereien. Sie hat es so satt, in eine Schublade gesteckt zu werden. Das hält sie aber nicht davon ab, dasselbe mit John zu machen, als sie ihm das erste Mal begegnet. Es braucht allerdings nicht lange und man merkt, dass sie bei weitem nicht so arglos ist und kurz darauf, stecken die beiden in einer Freundschaft mit gewissen Vorzügen, die Edie ganz nach ihren Vorstellungen gestaltet. Dass sie sich dabei verlieben würde, war nicht vorhergesehen, schließlich geht er am Ende des Sommers nach New York und sie will die Familienranch weiterführen.
Auch Edie war mir sofort sympathisch. Sie zeigt wieder einmal, dass stille Wasser sehr tief sein können. Sie ist nicht naiv; in ihr steckt weit mehr als die anderen von ihr erwarten. Vor allem in Bezug auf ihre sexuellen Wünsche ist sie sehr offen und weiß, was sie will. Edies wilde Seite und John, der von dieser gar nicht genug haben kann, waren interessant und schön zu lesen.

Obwohl die beiden voller Gegensätze sind, John, der Städter, der nach Karriere und Erfolg strebt und Edie, das unverfälschte Cowgirl, passen sie wirklich toll zusammen und John lernt das Landleben wieder zu lieben. Das Ende war romantisch und so passend.

Die Idee, u.a. Liebesszenen aus Edies Lieblingsromanzen nachzuspielen, war sehr sexy. Ich habe schon einige Bücher gelesen, in denen die Heldinnen Liebesromanzen lesen, aber in keinem wurden diese Fantasien auch tatsächlich ausgelebt. Und so treffen Edie und John als Stewardess und Passagier, Straftäterin und Anwalt, als zwei Fremde aufeinander. Dachte ich anfangs noch, dass sie durch die ganzen Rollenspielchen eigentlich nie wirklich sie selbst sein könnten, zeigt die Autorin das Gegenteil: Durch diese Offenheit wächst das Vertrauen und die Gefühle, die sich zwischen ihnen entwickeln, sind pur und ehrlich.

„There’s no denying that what just happened out here was magnificent. It wasn’t scripted or planned. It was the most beautiful type of love making. It was us.“
 
Das war die erste Geschichte, die ich von B.N. Toler gelesen habe und ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen an das Buch. Das liegt nicht an der Autorin selbst, sondern an der Tatsache, dass ich generell mit dieser Einstellung an mir unbekannte Autorinnen herangehe. „The Suit“ war daher eine positive Überraschung. Die Geschichte ist sexy, lustig, romantisch, realistisch und kommt - bis auf die obligatorischen Vorurteile und Geheimnisse - ganz ohne großartiges Drama aus. Außerdem trifft man auf liebenswerte, gegensätzliche Charaktere, die man einfach gern haben muss.

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