Mittwoch, 25. Februar 2015

Gossip | Übersetzungen, vor denen es mir graut



Heute möchte ich mir ein Thema von der Seele reden, das mich schon einige Zeit lang stört/frustriert/ärgert. Es geht um Übersetzungen. 
Ich lese hauptsächlich Contemporary Romance und Romantic Thriller. Außerdem auch gerne mal Erotica oder New Adult. Meist im englischen Original, denn genau in den Genres habe ich in letzter Zeit ein großes Problem mit der deutschen Übersetzung. Meist sind diese meiner Meinung nach nämlich wirklich lachhaft.  Beispiele gefällig?

Beispiel 1
Es werden Kose- und Eigennamen übersetzt, die man besser so stehen gelassen hätte. Wie etwa in der deutschen Übersetzung von Alice Claytons „Wallbanger“.

Deutsche Ausgabe
„Blöde Maunzerin“, sagte ich in Richtung Wand und tappte hinaus in das Wohnzimmer. […] Clive strich mir um die Beine, und ich rollte mit den Augen. „Oh, also jetzt willst du meine Liebe wieder? Nachdem du mich letzte Nacht wegen Maunzi ignoriert hast? […]“

„Jawohl, sein Name ist Simon. Das weiß ich, weil Spanky und Maunzi das immer und immer wieder geschrien haben. Das konnte ich über das blöde Wandbeben hören… Blöder Wandbeber“, murmelte ich.
Englische Ausgabe 
„Stupid meower“, I said, addressing the wall behind my head, and I padded out into the living room. [...] Clive curled around my legs, and I rolled my eyes at him. „Oh now you want some love fromm e, huh? After abandoning me for Purina last night? […]

„I do in fact. His name is Simon. I know this because Spanx and Purina kept sceaming it over and over again. I could make it out over the banging…stupid wall banger“, I muttered.

Dieses Beispiel macht mich echt aggressiv ^^ Was bitte ist so schlimm dabei, Spitznamen wie „Purina“ oder „Wallbanger“ einfach unübersetzt zu lassen? Vor allem wenn es die Bezeichnung „Wandbeber“ im Deutschen gar nicht gibt, man sogar den englischen Originaltitel übernommen hat und diese Übersetzung auch einfach nur grauenhaft klingt. Man kann von den deutschen Leserinnen bestimmt erwarten, dass sie dazu fähig sind, englische Wörter zu googlen bzw. sich den Sinn zusammenzureimen oder man druckt eben eine Worterklärung am Ende des Buches ab. 

 
Beispiel 2
Auch in der deutschen Ausgabe von Christina Laurens „Beautiful Stranger“ gibt es so eine Stelle.

Im Deutschen...
Mit einem Mal schien die gesamte Menge Alkohol, den ich an diesem Abend zu mir genommen hatte, Wirkung zu zeigen. Ich schwankte leicht vor dem Fremden. Er hielt mich am Ellenbogen fest und sah grinsend zu mir hinunter. „Vorsicht, Kleines.“

Im Englischen...
Every shot I’d had seemed to hit me all at once and I weaved a little in front of him. He steadied me with his hand on my elbow, grinning down on me. „Easy, Petal.“

Petal. Blütenblatt. Vielleicht auch nicht gerade die beste Übersetzung, aber warum nicht einfach den Originalbegriff beibehalten? In unserem Zeitalter gibt es bereits so viele Anglizismen, dass ein paar mehr auch nichts mehr ausmachen. Oder zumindest eine Übersetzung am Fußende anfügen, wenn man schon unbedingt eine benötigt.


Beispiel 3
Man braucht englische Begriffe nicht zu übernehmen, wenn man sie  in der deutsche Ausgabe auch einfach ins Italienische übersetzen kann! Gesehen bei „Fifty Shades of Grey“. Jeder hat so seine eigene Meinung zu dem Buch, ich fand es ganz ok. Nichts Außergewöhnliches, aber auch nicht das Schlechteste, was ich je gelesen habe.

Deutsche Ausgabe
Ciao Ciao, Baby“

Englische Ausgabe
Laters, Baby“

Dann schon lieber „Bis später“ oder „Tschüss“, wenn man schon nicht einfach „Laters“ beibehalten kann: Aber „Ciao Ciao“? Wirklich? *schüttel* Und nicht zu vergessen die "twitching palms". Das ist auch der Grund, warum ich mir den Film in der Originalfassung angesehen habe.

Ich hätte noch ein paar Beispiele, aber ich lass das jetzt mal so stehen :D

Ja, die deutsche Sprache ist eine harte Sprache; nicht so melodiös wie das Englische. Ist das der Grund,  warum erotische Literatur für mich im englischen Original immer viel weniger obszön klingt? Wahrscheinlich ist das bloß individuelles Empfinden, dennoch bleibe ich bei Büchern wie den oben genannten Beispielen immer lieber beim Original und erspar mir den Ärger deutscher Übersetzungen.

Natürlich verstehe ich auch, dass es viele gibt, die keine englischen Romane lesen wollen/können und dann natürlich auf Übersetzungen angewiesen sind. Grundsätzlich lese ich auch gerne Übersetzungen und ich hatte auch noch nie Grund dazu, mich zu ärgern. Doch in letzter Zeit hat sich das geändert – vielleicht ist das Zufall oder liegt an der Qualität der Verlage/Übersetzungsbüros, keine Ahnung. Ich finde es nur schade, dass humorvolle unterhaltsame Frauenliteratur dadurch etwas ins Lächerliche gezogen wird.

Wie ist das für euch? Stört ihr euch auch an manchen Übersetzungen oder aber vielleicht findet ihr auch, dass ich übertreibe und es kommt nur mir so schlimm vor?


Kommentare:

  1. Huhu liebe Doris! :)

    Ah...da wären wir schon bei dem Thema, dass du auch letztens in deinem Kommi angesprochen hast. :3
    Und ja zu Wallbanger kann ich auch nur den Kopf schütteln. Da werd ich mir gleich das Original holen, denn "Wandbeber"? Ehrlich jetzt? xD Vielen Dank für die Warnung, da werd ich bei den Liebesromanen und vor allem YA Büchern demnächst ein wenig genauer hinschauen.

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥♥

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    1. Hallo Nina!! :)

      Ja, genau! Und weil ich das bei "Wallbanger" wirklich grauenhaft fand, musste jetzt auch noch ein Post zu diesem Thema her... Und es wird mit jedem Mal, mit dem ich "Wandbeber" lese schlimmer... *grr* *schüttel* :D

      Normalerweise fällt das einem ja auch gar nicht auf - es ist ja nicht so, dass ich jedes Buch, das ich auf Englisch lese auch nochmal auf Deutsch lese. Aber da ich von Beautiful Stranger ein Leseexemplar hatte und in die anderen beiden ein wenig hineingelesen habe, um zu sehen wie es so auf Deutsch ist, hat mich da fast der Schlag getroffen ^^

      Wenn du also auch gern auf Englisch liest, empfehle ich dir in dem Genre wirklich das Original :D

      Liebe Grüße
      Doris

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  2. Tja, ich denke den "wall banger" wird jeder der die einschläge Literatur liest in der Anspielung auch ohne krampfhafte deutsche Übersetzung verstehen. Was mich wirklich erstaunt ist aber wo man von Purina (eine Futtermarke deren Namen mit dem Wort/Inhalt Purin spielt <- das letztere musste ich allerdings nachschlagen) auf Maunzi kommt?
    Das liegt ja noch nicht einmal in der Nähe.

    Beim zweiten Beispiel fällt mir auf wie ungelenk der deutsche Satz daher kommt, wieso muss man da Krampfhaft den Fremden einbauen, wenn er im Originalsatz gar nicht vorkommt?
    Ja Petal lässt sich schlecht übersetzen, aber ich schätze "Kleines" zu verwenden passt zumindest zum Charakter des Fremden.

    "Laters", lässt sich ja eigentlich nur mit einem Formlosen "Später" übersetzen...

    Wobei, man muss Übersetzern zugestehen das der Job nicht einfach ist, und zum Glück gibt es durchaus auch solche die phänomenale Arbeit leisten.
    Die fallen einem dann nur leider nicht so ins Auge. :)

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    1. Ja, du hast natürlich vollkommen Recht. Ich wollte weder die Arbeit der Übersetzer runtermachen noch andeuten, dass ihre Arbeit einfach ist. In letzter Zeit ist es mir nur besonders oft aufgefallen (auch in anderen Büchern), daher wollte ich es mal ansprechen :)

      Liebe Grüße
      Doris

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  3. Da darf sich wirklich niemand wundern, wenn man sagt, dass die englische Sprache so viel schöner ist und so manche Übersetzung einfach nur weh tut. Grade bei diesen Beispielen könnte man sich fragen, ob die Übersetzer das absichtlich machen um die Leser zum Englisch lesen zu bewegen ^^ anders kann man sich doch solche Übersetzungen nicht erklären... "leider" kann man nicht mal sagen, dass es solche Probleme nur bei bestimmten Verlagen gibt. Vielmehr zieht es sich durch quer durch alle Genres.

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    1. Das stimmt, es ist auf jeden Fall nicht verlagsbezogen und genau deshalb bleiben wir einfach bei den englischen Originalen ;) ♥

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